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Produkte & Kreisläufe · 2 Min. Lesezeit

Product-as-a-Service: Wer trägt Nutzung und Restwertrisiko?

Elektronisches Gerät zwischen Einsatzort, Servicestation und Rücknahmekoffer, verbunden durch orangefarbenes Glas.
Nutzung, Service und Rücknahme eines elektronischen Produkts gemeinsam betrachten. Konzeptionelle KI-Illustration; keine Zusage eines realen Leistungsumfangs.

Das Angebot sieht attraktiv aus: Nutzung gegen eine regelmäßige Zahlung. Doch wer bezahlt zusätzliche Wartung, trägt das Ausfallrisiko oder übernimmt ein Produkt, dessen Restwert niedriger ausfällt als erwartet? Ohne diese Antworten bleibt die Kalkulation unvollständig.

Für mich ist Product-as-a-Service deshalb zuerst eine Geschäftsmodellentscheidung. Produkt, Finanzierung, Betrieb und Kundenbedarf müssen zusammenpassen.

Die zugesagte Leistung beschreiben

Am Anfang steht, was der Kunde tatsächlich braucht. Soll ein Gerät bereitgestellt werden, eine bestimmte Funktion verfügbar sein oder ein konkretes Arbeitsergebnis entstehen? Diese Unterschiede wirken auf Kalkulation und Verantwortung.

Ein Anbieter kann etwa Wartung organisieren. Ob er auch Stillstandskosten übernimmt oder ein Ersatzsystem bereitstellen muss, ist damit noch nicht entschieden. Das Angebot muss diese Zusammenhänge verständlich machen.

Ich würde zunächst einen klaren Anwendungsfall und ein realistisches Nutzungsszenario modellieren. Welche Leistungen gehören dazu? Welche Kosten entstehen über die Laufzeit? Welche Informationen werden benötigt, um den Zustand des Produkts zu beurteilen?

Rücknahme gehört in die ursprüngliche Kalkulation

Am Ende der ersten Nutzung bleibt eine wirtschaftliche Frage: Was kann mit dem Produkt noch geschehen? Eine weitere Nutzung setzt passende Qualität, Nachfrage und einen geeigneten Prozess voraus.

Ein erwarteter Restwert ist eine Annahme, solange er nicht durch belastbare Erfahrungen getragen wird. Deshalb sollte die Kalkulation auch veränderte Auslastung, höheren Serviceaufwand und niedrigere Erlöse am Laufzeitende betrachten.

Für den Kunden ist dieselbe Transparenz erforderlich. Ein nutzungsbezogener Preis lässt sich nur sinnvoll mit einem Kauf vergleichen, wenn Leistungsumfang, Zeitraum und Risiken erkennbar sind.

Ein nutzungsbezogenes Angebot trägt nicht automatisch zur Kreislaufwirtschaft bei. Für meine betriebliche Bewertung gehören deshalb Wirtschaftlichkeit, Rückführung und tatsächliche weitere Nutzung in dieselbe Prüfung. Fachlicher Bezug: JRC zu Product-as-a-Service.

Einen begrenzten Fall prüfen

Mein Einstieg wäre ein Angebot für eine konkrete Kundengruppe. Vertrieb, Service, Produktmanagement und Finanzierung entwickeln dafür gemeinsam eine Kalkulation und einen ausführbaren Ablauf.

Die Prüfung umfasst beide Seiten: Passt das Angebot zum Kundenbedarf? Kann der Anbieter die zugesagte Leistung über die Laufzeit wirtschaftlich erbringen?

Product-as-a-Service kann eine Option für Wertschöpfung sein. Ob es die passende Option ist, entscheidet sich an diesen Fragen. Die Vertragsform allein ersetzt keinen tragfähigen Betrieb.

Dein nächster Schritt

Prüfe einen konkreten Kundenfall: zugesagte Leistung, Kosten, Verantwortlichkeiten und Rücknahme. Rechne auch mit höherem Serviceaufwand oder niedrigerem Restwert. Wenn Du ein solches Modell für ein Produkt eingrenzen möchtest, sprich mich an.

Dein Vorhaben besprechen

Weiterdenken

Diese Fragen schließen sich an.

Total Cost of Use: Kosten der Nutzung →Zirkuläre Beschaffung: Die nächste Nutzung gleich mitbestellen →